Stadtnatur: Rauchschwalben – Flinke Jäger

Mit lauten Rufen gleiten sie über die Wasseroberfläche eines Stausees in der Ruhr. Angler in ihren Booten stören sie nicht. Denn flink werden die Anglerboote umrundet und als wenn es die selbstverständlichste Sache der Welt wäre, rauschen sie direkt danach pfeilschnell um eine Boje herum. Dann wird auf einmal scharf gebremst und der „Vordermann“ angeschrien, während der sich eine Mücke schnappt. Im nächsten Moment geht es weiter, knapp über ein Fahrgastschiff der “Weißen Flotte” hinweg. Die Szene spielt am Baldeneysee, die pfeilschnellen Vögel sind Rauchschwalben.
Ausgeruht wird sich anschließend auf den Dächern der Siedlung “Seebogen” oder laut krakeelend in den Bäumen am See.
Jedes Frühjahr kann man dieses Schauspiel auf den Ruhrstauseen beobachten. Hier am Baldeneysee, dem westlichsten der großen Ruhrstauseen, sind es meist zwei Schwalben-Arten unterwegs: Rauch- und Mehlschwalben. Eine dritte Schwalbenart, die Uferschwalbe zeigt das gleiche Verhalten, sie brüten auch noch direkt am Wasser. Alle drei Schwalben-Arten kommen aus ihren jeweiligen Brutkolonien an die Stauseen um Insekten über der Wasseroberfläche zu fangen. Sie sind exzellente Stechmücken-Vertilger.
Die flinken Schwalben stören sich nicht wirklich an den Besuchern, Anglern und Wassersportlern, denn ihre Geschwindigkeit ist ihr bester Schutz: Bei dem Speed kann sie eh keiner fangen.
Es macht sehr viel Spass sich dieses Schauspiel einfach in Ruhe mal anzusehen. Ein kleiner Moment aus der Stadtnatur der einen den stressigen Alltag vergessen lässt.

Foto & Text © Wildes Ruhrgebiet – Alexander Krebs

Lektorat: Peter Schütz

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