Stadtnatur: Kö-Papageien…. bald auch Pott-Papageien?

Halsbandsittiche auf der Kö in Düsseldorf

Herbert Grönemeyer sang seinerzeit über Bochum:
„auf Deiner Königsallee finden keine Modenschauen statt“. Hat er langfristig recht?

Wir waren auf der richtigen Königsallee – der „Kö“ in Düsseldorf und schauten uns zur blauen Stunde, jetzt in dieser Jahreszeit gegen 17:00 Uhr, eine echte Modenschau in grün an: Halsbandsittiche (anderer Name: Kleiner Alexandersittich) fliegen jeden Abend gruppenweise über den sogenannten Kö-Graben zu ihren Schlafbäumen. Das sind die großen Platanen, welche die Königsallee säumen. Mit Stativ, Weitwinkel, Blitzlicht gelingen hier Bilder, die so manch einen an den Alfred Hitchcock-Film (1963) Die Vögel erinnern mögen – aber keine Angst, hier ist alles ganz harmlos.

Aber hatte Herbert Grönemeyer recht? Bezogen auf die Halsbandsittiche nicht – denn sie sind mittlerweile in Duisburg und – zumindest durchfliegend – auch in Essen-Borbeck zu finden.

Halsbandsittiche und andere subtropische Papageienarten besiedeln als sog. Neozoen seit über einem Jahrzehnt die winter-milden Städte im Rheinland. Man findet sie als Brutvögel unter anderem in Stuttgart, Wiesbaden, Bonn, Köln, Leverkusen, Düsseldorf. Die weitere Ausbreitung nach Norden, Richtung Duisburg und weiter westlich ist sicherlich – klimawandelbedingt – nur eine Frage der Zeit.

Bild und Text: © Wildes Ruhrgebiet – Peter Schütz