Naturkontakte: Ein Kolibri? Was flattert da am Blumenkasten?

Dieser Sommer ist ein echter „Etappen-Sommer“. Ein paar Tage Regen, dann ein paar Tage Sonne bei 30 Grad. Aber für manche Tiere im Ruhrgebiet ist das Wechselbad egal. Für sie ist das Wetter im Süden, z.B. in Baden-Württemberg oder sogar südlich der Alpen noch viel entscheidender: Ist dort der Winter mild und das Frühjahr warm unternehmen sie weite Reisen nach Norden. Und manche von ihnen schaffen es sogar aus dem Süden Europas über die Alpen hinweg (oder drum herum) bis zu uns. Zu diesen erstaunlichen Fern-Wanderern gehören bestimmte Arten von Schmetterlingen.

Ulrich Klös (http://ulikloes.de) aus Essen-Bredeney gelang ein wunderschönes Foto eines solchen Wandergesellen und teilte auch die Geschichte dazu mit uns:

„Zunächst sah ich etwas schwirrendes um unsere Pflanze am Balkon und es erinnerte gleich an einen Kolibri, was natürlich nicht sein konnte. Nachforschungen ergaben das es sich um eine Schmetterlingsart handelt, nämlich dem Taubenschwänzchen, welches ihren Namen durch das Hinterteil hat, dass an einen Taubenschwanz erinnert. Eigentlich im Süden Europas beheimatet, schafft es der Schmetterling regelmäßig in warmen Wintern über die Alpen. Nun ist er pünktlich zum Jahr der Grünen Hauptstadt 2017 auch in Essen eingetroffen“.Tja, das Taubenschwänzchen ist schon eine Besonderheit. Es ist ein auch bei Tageslicht fliegender Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer, der in seinem Leben bis zu 3.000 km fliegen kann. Ob er bei uns überlebt und sogar erfolgreich überwintert, hängt aber nicht nur vom jeweiligen Jahres-Wetter ab. Der Schwärmer aus dem Süden braucht Blüten. Denn er ernährt sich wie Bienen und Hummeln von Nektar. Insofern ist der Ort, an dem Ulrich Klös sein Foto gelang, kein Zufall: Ein gut bepflanzter Blumenkasten mit reichlich nektarhaltigen Blüten.

Text: Ulrich Klös & Peter Schütz

Lektorat: Volker Kienast

Foto: Ulrich Klös

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